Die Herkunft der Diskusfische
Erstveröffentlichung 02.02.2002 www.diskus.ch.vu
Die Bilder und Berichte dieser Seite stammen aus Büchern und aus dem Internet. Die Berichte wurden von mir überarbeitet. Die Pflegehinweise sind nicht allgemeingültig und können unterschiedlich interpretiert werden. Daher kann ich keine Haftung für Schäden übernehmen, die aus der Anwendung meiner Tipps entstehen.
Der Lebensraum der Diskusfische
Diskusfische kommen aus dem riesigen Amazonasstromgebiet
Diskusfische stammen aus dem Amazonasstromgebiet und kommen vorwiegend in Brasilien, Peru und Kolumbien vor. Gefangen werden Diskus nur während der Trockenzeit, d.h. von Herbst bis Frühling unserer Jahreszeit. In dieser Zeit führen die Flüsse wenig Wasser und die Fische können sich nicht unter den Wurzeln der Bäume des überschwemmten Gebietes verstecken. Des weiteren finden die Jäger in dieser Zeit viele junge Fische die ein paar Monate zuvor, während der Laichzeit, geboren wurden.
Während der Laichzeit befinden sich die Diskusfische im Unterholz der überschwemmten Gebiete und sind mit der Paarung beschäftigt. Diese Gebiete sind für die Jäger viel schwieriger erreichbar und der Fischfang mit Netzen dürfte wohl unmöglich sein.

Gewässer
Das Wasser im Amazonasstromgebiet ist sehr mineralarm, und wird in die nachfolgend beschriebenen drei Wassertypen eingeteilt. Der Amazonas setzt sich natürlich, wie jeder andere Fluss auch, aus vielen Fliessgewässern zusammen, die den eigentlichen Amazonasstrom bilden. Der Amazonas ist daher eine Verschmelzung der nachfolgend beschriebenen Gewässertypen, welche zum Teil sehr fliessend geschieht. Der Zusammenschluss des Rio Negro und des Amazonas ist ein gutes Beispiel für diese langsame Verschmelzung des Wassers. Beim zusammentreffen der beiden Flüsse, fliessen die beiden Wasser anfangs noch lange nebeneinander her, bis sie sich schlussendlich vermischen und ein neues Gewässer bilden.
Schwarzwasser
Schwarzwasserflüsse wie der wohl bekannteste unter ihnen, der Rio Negro sind nicht schwarz, wie man vielleicht aufgrund des Namens folgern könnte, vielmehr ist die Farbe bräunlich, bedingt durch Pflanzenreste und sonstiges Gehölz das die Flüsse auf ihren langen Wegen durch den Regenwald mit sich bringen.
In Wirklichkeit ist das Wasser recht klar (Sichtweite 1-2m). Bedingt durch die Huminstoffe der Pflanzenreste ist der pH-Wert auch sehr sauer (etwa 4 - 4.7).
Flüsse
Rio Negro
Rio Icana
Besonderes
extrem niedriger PH-Wert 4 - 4.7
Klarwasser
Klarwasserflüsse haben eine klare, hell-grünliche Färbung. In Ufernähe oder in stillen Gewässern kann man allenfalls tiefer als 2m schauen. Der pH-Wert liegt zwischen 5 - 7.
Flüsse
Rio Tapajos
Rio Xingu
Besonderes
hier ist, wie der Name schon sagt das Wasser kristallklar
Weisswasser
Weisswasserflüsse sind auch nicht klarer als die Schwarzwasserflüsse, da sie ihren Ursprung in den Anden haben. Von dort bringen Sie oft viel Geröll und Sedimente mit sich. Die Färbung ist daher lehmig, wobei man selten tiefer als einen halben Meter blicken kann. Der pH-Wert liegt, wenn überhaupt messbar, knapp im sauren Bereich und ist von der Jahreszeit abhängig.
Flüsse
Rio Purus
Rio Madeira
Besonderes
hier ist das Wasser lehmig-trüb
extrem niedriger und in manchen Jahreszeiten nicht messbarer pH-Wert
Was ist nun eigentlich das Amazonasstromgebiet???
Amazonien
Mit 6516 km ist der Amazonas der beherrschende Mittelpunkt. Dieser Wasserriese ist mit Abstand auch der wasserreichste Strom der Erde. Jede Sekunde ergiessen sich knapp 200.000m³ Wasser aus seinem Mündungsgebiet zwischen Belem und Macapa ins Meer. Der Amazonas wird in die obengenannten drei Wassertypen eingeteilt. Die Flüsse werden nach ihrer Wasserfarbe in Weisswasser-, Schwarzwasser-, und Klarwasserflüsse unterteilt.

Typisch ist die Herkunft der verschiedenen Wasserarten. Die das lehmgelbe, trübe Weißwasser führenden Flüsse, wie der Rio Amazonas, Rio Solimos, Rio Madeira, Rio Purus oder Rio Jurua kommen aus dem Westen Südamerikas, aus den Anden. Die größeren Klarwasserflüsse mit ihrem gelb-grünen, transparenten Wasser, (zum Beispiel der Rio Araguaia) fließen von Süden in den Amazonas. Nur der Rio Branco, ebenfalls ein Klarwasser führender Fluss, ergiesst sich aus dem Norden des Kontinents in die schwarzbraunen Fluten des Rio Negro.

Der Rio Negro, einer der bedeutendsten Flüsse Brasiliens, gehört zu den Schwarzwasserflüssen, die transparent kaffeebraun gefärbte sind. Sie fließen alle von Norden in die Weißwasserflüsse. Durch diese Wasservermischung erhalten die Fische ideale Lebensbedingungen. Die Weißwasserflüsse führen aus dem Hochgebirge unzählige Tonnen von Sedimenten und Schwebstoffen mit sich. Der hohe Gehalt an allerlei Mineralstoffen macht sich auch in den relativ hohen pH-Wert des Weißwassers bemerkbar. Haben die Schwarzwasserflüsse, wie der Rio Negro, einen pH-Wert von durchschnittlich 4,5, so kommen die Weißwasserflüsse meist auf pH-Wert über 6,5.
Die Wasserbeschaffenheit wirkt sich auch auf die Fischarten aus, die in den jeweiligen Flüssen vorkommen. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Vorkommensgebiete der verschiedenen Diskusfischarten exakt nachzuweisen und aufzulisten. Immer wieder kommen Meldungen über neue Fundorte hinzu. Betrachtet man auf einer Landkarte nochmals diese Weite, dann erscheint es logisch, dass noch nicht jeder Fluss auf seinen Fischbestand untersucht werden konnte.
Die Durchschnittstemperatur des Wassers, in welchem Diskusfische leben, beträgt 30°C. Die elektrische Leitfähigkeit des Wassers ist sehr gering und liegt oft unter 10 Microsimens. In typischen Diskusgewässern kommen auch nur sehr wenige Wasserpflanzen vor, da dieses Wasser nicht gerade als pflanzenfreundlich zu bezeichnen ist
