Epalzeorhynchus bicolor

Bätscher Marcel

Erstveröffentlichung 02.02.2002 www.diskus.ch.vu

Labeo bicolor ein lebendiger Zeitgenosse

wissenschaftliche Bez. Epalzeorhynchus bicolor
deutscher Name Feuerschwanz / Fransenlipper / Feuerschwanz-Fransenlipper / u.s.w.
Erstbeschreibung mir nicht bekannt
Synonyme

Labeo bicolor

Länge

bis etwa 15 cm Gesamtlänge

max. Alter 17 Jahre VDA SKN
Flossenformel

nicht bekannt

Vorkommen

Diverse Fliessgewässer Thailands

Geschlechtsunterschied Die Geschlechter sind kaum zu Unterscheiden was die Zucht dieser schönen Fische erheblich erschwert
Ansprüche Becken ab 150 l Inhalt
Wasserwerte

Die günstigsten Temperaturen für die Haltung liegen zwischen 20 und 25°C

Ersteinführung

mir nicht bekannt

Literatur Die Lebensdauer der Fische / http://www.netcologne.de/~nc-ihlowo/fischalter.htm

 

Artbeschreibung

 

Feuer im Namen, Feuer im Blut: Der Feuerschwanz ist kein sanfter Zeitgenosse

Der Feuerschwanz-Fransenlipper ist unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „Labeo bicolor“ und der deutschen Bezeichnung Feuerschwanz allgemein besser bekannt. Ein wahrhaft wunderschöner Fisch, wenn er nur nicht gegen eigene Artgenossen als „Revierhäuptling“ so bissig und unverträglich wäre!

Anderen Fischen gegenüber ist er im Jugendalter zwar weniger aggressiv, tyrannisiert jedoch als Erwachsener „Gott und alle Welt“, sogar Fische die wesentlich größer sind als er! Allein die Unruhe, die selbst kleinere, jüngere Exemplare in ein Aquarium bringen, grenzt die Möglichkeiten zur Vergesellschaftung schon wesentlich ein. Seine Art andere Fische zu tyrannisieren führt häufig zu Ausfällen ansonsten recht zäher und einfach zu pflegender Fischarten. Stellen Sie sich nur einmal vor, jemand in ihrem unmittelbaren Umfeld, dem sie auch nicht aus dem Weg gehen können, „nörgelt“ ständig an Ihnen herum, jagt Sie ständig über „Stock und Stein“, erschreckt Sie durch plötzliche Scheinangriffe und benimmt sich wie ein renitenter Halbstarker, würden Sie damit ruhig und gelassen leben oder „geht Ihnen das nicht auch auf die Nerven“!?

 

Grössere Aquarien sind Pflicht!

Leider werden diese zweifellos sehr attraktiven Fische oft in viel zu kleine Aquarien eingesetzt (als Mindestgröße können 200 bis 300 Liter gelten, vorausgesetzt es sind robuste, größere Fische vorhanden, die sich „ihrer Haut wehren können“ was letztlich sowohl für die übrigen Insassen als auch für den Feuerschwanz selbst zu qualvollem Stress führt, schon weil das von ihm beanspruchte und gnadenlos beherrschte Revier viel zu klein – wenn überhaupt vorhanden – ist. Die einzige positive Seite von Labeo bicolor ist seine ausgesprochene Schönheit, was Gestalt und Färbung betrifft. Der bis zu 15 cm lang werdende Körper ist langgestreckt und erinnert entfernt an die Gestalt der einheimischen Flussbarbe. Sowohl der spindelförmige, am Kopf spitz zulaufende Körper, mit dem unterständigen, mit zwei Paar Barteln versehenen Maul, als auch die Flossen sind tiefschwarz, manchmal mit bläulichem Schimmer und weißen Flossenspitzen, während die stark gegabelte, an den Enden spitz zulaufende Schwanzflosse in feuerroter Farbe prangt. Das ist die Färbung eines dominanten Tieres, unterlegene Artgenossen – sofern jemand völlig sinnlos versucht, mehrere Labeo bicolor in einem großen Aquarium zusammen zu „pflegen“ – verblassen völlig und zeigen nur noch ein schmutziges dunkelgrau mit einem angedeuteten rosa Schimmer in der Schwanzflosse.

 

Vermeiden Sie Revierkämpfe!

Bei den 100-prozentig vorprogrammierten Revierkämpfen bleiben Verletzungen bei den Rivalen nicht aus, die im schlimmsten Falle mit dem Tode des malträtierten Gegners enden. Nur wer über ein 1000 Liter und mehr fassendes Aquarium verfügt, darf damit rechnen, dass ein eingesetztes Exemplar von Labeo bicolor die Ruhe der übrigen Fische und des Betrachters nicht durch ständige Attacken und Revierkämpfe stört. Der Feuerschwanz stammt aus Fliessgewässern Thailands, die Zucht ist – schon der Unverträglichkeit dieser Fische wegen – sehr schwierig und gelingt selten, die meisten Tiere stammen daher aus Importen vom Herkunftsland. Als Allesfresser, der auch gelegentlich pflanzliche Beinahrung braucht, ist Labeo bicolor nicht wählerisch, „in der Abwechslung liegt aber auch für ihn die Würze des Lebens“. Trockenfutter (auch mit pflanzlichen Bestandteilen), Lebendfutter aller Art sowie geeignete Gefrierfuttersorten und Salat oder Spinat komplettieren den Speisezettel.