Makropoden

Bätscher Marcel

Erstveröffentlichung 02.02.2002 www.diskus.ch.vu

Die durch Lacépède 1802 aufgestellte Gattung Macropodus besteht entsprechend der heutigen systematischen Auffassung aus den drei Arten: Macropodus chinensis (Bloch, 1790), Macropodus concolor (Ahl, 1937) und Macropodus opercularis (Linné, 1758). 
Die zeitweilig dieser Gattung als M. cupanus bzw. als M. cupanus dayi zugeordneten Arten wurden wieder der Gattung Pseudospromenus zugeordnet, die für diese Arten bereits 1879 von Bleeker aufgestellt worden war. Dabei erhielt die als Unterart geführte M.c. dayi Artstatus. Vertreter der Gattung Macropodus sind in ganz Ost- und Südostasien verbreitet und kommen dort von Korea im Norden bis nach Vietnam im Süden vor. Ausserdem sind Vorkommen auf Taiwan, Hainan und den japanischen Riukiu-Inseln bekannt. Bei dem zuletzt genannten Vorkommen kann es sich um eine durch ausgesetzte Exemplare entstandene Population handeln. Die Art M. concolor kommt möglicherweise auch auf Borneo vor. Vorkommen dieser Art in Nort-Borneo (Sarawak) sind auf Aussetzungen zurückzuführen.
Die drei Macropodus-Arten sind nahe miteinander verwandt und können untereinander gekreuzt werden. Die durch solche Kreuzungen entstandenen Mischlinge zeigen häufig eine deutlich herabgesetzte Fertilität, die sich in schlechten Befruchtungsresultaten und einem hohen Anteil früh sterbender Jungfische äussert, sie sind aber nur selten wirklich steril. 

Trotzdem bin ich gegen alle Kreuzungsversuche und würde mir niemals Tiere anschaffen von denen bekannt ist, dass sie aus solchen Experimenten stammen.

 

Macropodus opercularis

 

wissenschaftliche Bez. Macropodus opercularis
deutscher Name Makropode oder Paradiesfisch oder Grossflosser
Erstbeschreibung Linné, 1758
Synonyme Labrus opercularis (Linné, 1758), Labrus opercularis (Gmelin, 1788), Macropodus viridi-auratus (Lacépède, 1802), Macropodus venustus (Cuvier u. Valenciennes, 1846), Macropodus viridi-aurazus (Günther, 1861)

Damit sind erst die wichtigsten Synonyme aufgeführt.

Die Erstbeschreibung Linnés wurde bereits in der 10. Auflage von Systema Naturae 1758 veröffentlicht und ist somit genauso alt wie das System der wissenschaftlichen Namensgebung überhaupt. Dementsprechend hoch ist auch die Zahl der Synonyme.

Länge Männchen bis 11 cm, Weibchen bis 9 cm
max. Alter 6 Jahre (E. Zernecke)
Flossenformel D XIII-XVII/6-8, A XVII-XX/11-15
Vorkommen Korea, China, Vietnam sowie die Insel Taiwan und Hainan.
Die Art bewohnt stehende und langsam fliessende Gewässer aller Art. Kommt jedoch in erster Linie in seichten Wasseransammlungen, Bewässerungskanälen  und überfluteten Reisfeldern vor.
Geschlechtsunterschied Ausgewachsene Männchen haben erheblich längere und spitz ausgezogene Afterflossen.  Während der Balz und der Brutpflege nimmt die Intensität der Färbung zu.
Ansprüche Becken ab 30 cm Länge
ist sehr anpassungsfähig
Mindesttemperatur 21°C
Wasserwerte GH: 5-30° / pH: 6,5-8,5 / Temperatur: 21-29°C
Die nördlichsten Formen sind sehr klimahart und können zumindest vorübergehend Temperaturen bis etwa +5°C  überstehen
Ersteinführung 1869 nach Europa
1876 nach Deutschland
Literatur Labyrinthfische - Hechtköpfe und Schlangenkopffische / Helmut Pinter - 
Stuttgart: Ulmer 1984     ISBN 3-8001-7093-0

Die Lebensdauer der Fische / http://www.netcologne.de/~nc-ihlowo/fischalter.htm

 

Artbeschreibung

Dank seiner wunderschönen Färbung wurde der Makropodus opercularis (Linné, 1758) schnell populär und überlebte dank seiner Härte in unseren Aquarien bis auf den heutigen Tag. Spätere Einfuhren sind, wenn überhaupt, nur spärlich vorgekommen. Noch ganze 60 Jahre nach seiner Ersteinfuhr, schrieb der Aquarianer-Altmeister J.P. Arnold in dem Buch "Fremdländische Süsswasserfische" (1936), "der schönste, anspruchsloseste und haltbarste aller Zierfische". Grundfärbung braunrot, mit blauen Querbändern. Schwanzflosse und die verlängerten Bauchflossen rot. Rücken- und Afterflosse grünlichblau und mit blau-weisslichem schimmernden Spitzen. Auf dem Kiemendeckel ein leuchtendblauer Fleck.
Die Männchen sind in der Regel sehr gute Brutpfleger, die ihre Jungfische länger bewachen als andere Labyrinthfische. Es liegen auch zahlreiche Beobachtungen vor, dass sich auch die Weibchen an der Brutpflege beteiligten. Nach einer Beobachtung von Quitschnau pflegte ein Weibchen die im Aquarium verbliebenen Jungen weiter, nachdem man das Schaumnest zusammen mit dem Männchen aus dem Aquarium entfernt hatte. 
Für eine Haltung im Gesellschaftsaquarium ist dieser schöne Fisch nicht immer geeignet. Manche Exemplare können recht unverträglich sein, während andere sich überhaupt nicht um ihre Mitinsassen kümmern. Meine Exemplare kümmern sich eigentlich nie um die anderen Fische im Aquarium. Es ist jedoch empfehlenswert nicht mehrere Männchen in einem Aquarium zu pflegen. Das Gezanke der Männchen stresst andere Fische unnötig. 
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, aus diesem populären Zierfisch besondere Zuchtformen herauszuzüchten. Schon der Zierfischzüchter Paul Matte aus Berlin-Lankewitz präsentierte 1893 einen besonders langflossigen und schön gefärbten Makropoden unter dem Namen "Paradiesfisch". Bereits um die Jahrhundertwende herum begann man, besonders schöne Makropoden auf sogenannten "Makropodenschauen" zu zeigen und nach einem einheitlichen Standard zu bewerten. Besonders in Österreich, aber auch in einigen deutschen Städten, waren diese Schauen bis in die dreissiger Jahre populär und zumindest in Wien sind sich auch noch später durchgeführt worden. In der DDR gab es später erneut derartige Makropodenschauen.
Wenn man jedoch von einer Albinoform absieht, bei der von den ursprünglichen roten Körperpartien- und Flossen abgesehen, der Fisch sonst gelblich weiss ist und rote Augen hat, sind kaum wirklich beständige Farbformen erzielt worden. In Schweden züchtete man während des letzten Krieges eine blaue Form, bei der die Rotfärbung des Körpers und der Flossen bis auf unbedeutende Reste verdrängt war, so dass der Fisch fast blau erschien. Von diesen Fischen gelangten 1050 auch einige Exemplare nach Deutschland, doch scheint diese Form wieder vollständig verschwunden zu sein. Dass es bisher nicht gelang, erbfeste Farbformen des Makropoden herauszuzüchten hat auch sein Gutes, denn es dürfte schwer sein, die Schönheit der ursprünglichen/natürlichen Färbung dieses Fisches zu übertreffen.

 

Einige Bilder meiner Fische

 

Dies sind einige meiner Makropoden

 

Makropoden Schaumnest

Wenn man ein Paar in ein kleines Becken (ca. 10l - 30l) mit wenig bewegter Wasseroberfläche setzt, wird das Männchen ca. nach 1 - 2 Wochen mit dem Bau des Schaumnestes beginnen. Wenn man dazu noch kräftig rote Mückenlarven füttert, kann man davon ausgehen, dass das Weibchen bald Paarungsbereit ist und seine Eier in das Schaumnest des Männchens legt. 
Da die Makropoden-Eier (sog. Schwimmeier) an der Wasseroberfläche schwimmen, ist der Bau eines Schaumnestes nicht unbedingt notwendig. Manche bauen auch einfach ein spärliches Nest das aus wenigen Blasen besteht. Nach einigen Scheinpaarungen kann man vor Lichterlöschen beobachten wie das Weibchen bei den Paarungen jeweils einige Eier abgibt, die vom Männchen sofort fleissig eingesammelt und befruchtet werden. Nach einigen Tagen zappeln in dem Schaumnest bereits die jungen Fischchen. In den ersten Tagen werden die Jungen vom Männchen bewacht. Nach einigen Tagen schwimmen die Jungen frei. Bei mir werden die Jungen nicht von den Eltern getrennt. In vielen Büchern wird jedoch empfohlen zumindest das Weibchen zu entfernen da ihnen nachgesagt wird, dass sie die jungen Fische fressen sollen. Ich konnte jedoch noch nie ein derartiges Verhalten feststellen. Ich trenne die Jungen erst wenn sie ca. 1 - 2 cm gross sind.

junges Makropodenmännchen