Faszination Europacup

Vorrunde

vs. FC Cottbus 2-0 Tore: Wiedner, Gröller

vs. PSG 1-0 Tor: Urstöger

vs. VR Steyr 1-7 Tor: Wippel

Endstand: 3 Spiele, 2 Siege,1 Niederlage, Tore 4-7, 6 Punkte - 3. platz

Fei nach dem Motto: Veni, vidi , schlucki - Er kam, sah und soff, nahmen wir die Herausforderung Europacup an. Nach monetelanger Freude und Vorbereitungsphase war es nun endich soweit. Eine Auswahl spiel- und trinkfreudiger Rangers begab sich nach Seeboden/Kärnten (ein eigens für den Massentourismus aus dem Boden herausgestampftes Satellitendorf in der Nähe von Spittal), um am Europacup der Fußballhobbymannschaften teilzunehmen.

Die Spannung war noch größer als während der Kubakrise. Welches Los würde uns die Auslosung bescheren? Hatten wir leichte Aufgaben zu verrichten, reichte gar ein Stehgeigerl fürs Finale, wurden wir gar als Gruppenfavorit gehandelt oder wartete auf uns gar eine verspielte brasilianische Sambaauswahl, eine Art Reserveselecao vom Zuckerhut, die uns mit technischen Leckerbissen zu Statisten degradiert?

Das Los meinte es gut mit uns: FC Cottbus, PSG und Steyr waren lösbare Aufgaben. Nachdem wir unser Lager am schön gelegenen Campingplatz Winkler inmitten von deutschen Fußballkameraden und Kleinfamilien, die aufgrund unseres barbarischen Verhaltens relativ rasch verängstigt waren und sich schimpfend in ihre Wohnwägen zurückzogen, aufgeschlagen hatten, wurde erst einmal der Griller angeworfen.

Es gab Eitrige mit Bugl (Käsekrainer mit Brotscherzel), Kooootlett und Gambrinus Aktionsbier vom Billa. Selbst so eine an sich als "Worme Sorchn" verschriene Biersorte schmeckte unter den gegebenen Bedienungen sehr gut.

Am ersten Spieltag (Samstag) traf der Rest der Kulttruppe rund um Captain Machazek ein und fand dort einen Haufen vollgetrunkener, aber hochmotivierter Rangers vor.

Um 15.00 Uhr Ortszeit fand das erste Spiel statt. Es ging gegen die sehr laufstarken und vom Regime 30 Jahre unterdrückten Cottbusser. Wer glaubte, daß diese Partie von Taktikgeplänkel bestimmt werden würde, hatte weit gefehlt. Ein langweiliges Rasenschach blieb aus. Die spielerisch starken Laußflitzer versuchten mit der Brechstange den Rangerriegel zu knacken. Doch die um Libero Köberl blendend organisierte Abwehr, stopfte die Löcher, machte die Räume eng und ließ den Angriffswirbel der Ostdeutschen relativ bald verebben.

Mit schnellen Seitenwechseln, gutem Flügelspiel und herrlichen Übersteigern gelang es uns, die Cottbusser Abwehr ins Wanken zu bringen. Die ostdeutschen Abwehrtürme fielen um. Coach Wiedner zum 1:0 und wenige Minuten später besiegelte der Routinier im Team, der Gröller Heinzi den 2:0 Endstand. (Nach einem herrlichen Stangler brauchte er nur mehr mit dem Innenrist seines Schuhs d as Leder streicheln).

Deutschland war besiegt - es war so wichtig. Das Farmteam der von Coach Ede Geyer betreuten Cottbuser war bereits mit einem Bein auf der Südautobahn Richtung Heimat.

Im zweiten Spiel hatte man das Gefühl, daß die Alkoholspritze bei einigen Akteuren ein wenig nachgelassen hatte. Wenig gezielte Aktionen, Schwächen im Spielaufbau, einzig der Kampfgeist erinnerte Charles Bronson in dem Film "Death Wish 4" - das Weiße im Auge . Nach einem herrlichen Stangelpass stand Urstöger plötzlich alleine vor dem Kasten. Anstatt das Leder mit der Picke in die gegnerischen Gamaschen hineinzubugsieren, entschied sich der Michl für einen Lupfer über den Keeper und somit hatten die Rangers 6 Punkte auf der Sollseite ihres Kontos.

Dieses Spiel konnte der aufgrund eines Fingerbruchs rekonvaliszente Captain nicht miterleben, da er mit einem Teil des weiblichen Fanclubs im Strandbad verweilte. Dort soll er angeblich einem Schwan nachgeschwommen sein. Dieses Ereignis konnte er aufgrund eines Filmrisses jedoch selbst nicht mehr bestätigen.

Im letzten Match ging es gegen die Mannen von Steyr. Steyr ist gefährlich, daß wußten wir noch aus Zeiten, wo Dolfi Blutsch die Mannen um Gehirn Dani Madlener coachte. Hatten sie auch einen Walter Waldhör in ihren Reihen? Wir wußten es nicht. Relativ rasch gerieten wir mit 2 Treffern in Rückstand. Die Emotionen lagen brach.

Keeper Kosch riskierte 2 higuitamäßige Ausflüge in die gegnerische Hälfte, Drehscheibe und Flügelflitzer Wiedner mußte mit einer Verletzung auf der Bank Platz nehmen. Am Ende setze es eine 1:7 Klatsche. Wie es genau dazu kam, mir fehlen die Worte, man mußte ein Dichter sein, um das eben geschehene in Verse zu kleiden.

Diese Niederlage brach uns das Genick, es war wie ein Schlag mit einem nassen Fetzen mitten ins Gesicht - schade drum, das wärs gewesen. Dieses Spiel wird wahrscheinlich als eine Art "Dolchstoß-Legende" in die Geschichtsbücher eingehen. In einigen Phasen des Spieles erinnterten wir an die Saudis, als sie gegen Deutschland abgeschlachtet wurden.

Gott sei Dank hat diese Hinrichtung keine Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation unseres Landes, wie es bei einigen vorzeitig ausgeschiedenen WM Mannschaften leider der Fall war. Diese Tragödie, diese Schmach, diese sinnlose Niederlage war jedoch nach einem guten Kotelett und ein paar Bieren wieder vergessen. Der Captain zog sich um ca. 19.00 Uhr aufgrund gehörigen Alkoholmisbrauches zu einem verdienten Matrazenabhorchdienst in das von ihm, trotz Verletzung, mit eigenen Händen aufgebaute Zelt zurück.

Er befand sich in einer Art Wachkoma. Das einzige Lebenszeichen, das er bis 9 Uhr morgens von sich gab, waren ein paar ziemlich lautstarke "I drah eich die Stimm ob"- Rufe. Es wurde getrunken, als ob es kein Morgen geben würde. Selbst ein ca. 40 jähriger Gladbacher, der sich zu uns gesellte und auf den Namen "Papa Joe" hörte, war von unserer Trinkbereitschaft angetan.

Auch die wahrscheinlich von Frau Winkler (Eine ca. 40 jährige sehr verbitterte Frau, die tagsüber während es draussen 40 Grad hat, immer in einem kleinen Rezeptionshütterl sitzen muß und wahrscheinlich ist sie auch Single) gerufenen Gendarmen konnten an unserer Laune nichts ändern.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Regeneration. Nachdem die Brasileros im WM Finale die deutschen Tugenden besiegt hatten, wurden von uns unter den angsterfüllten Augen besorgter Campinggäste Bengalische Feuer entzunden. Damit wollten wir dem Fußballgott Tribut zollen. Ja es gibt sie noch, die Gerechtigkeit. Im Anschluß spielten wir Ball im Seebad. Wieder wurden wir von Frau Winkler ermahnt. Es schien, als ob hier alles verboten ist. Frisbee, Fußball, das Springen in den See, Biertrinken, Brüllen - alles verboodddden.

Am späten Nachmittag wurden die Zelte abgebrochen, ein schönens Wochende ging zu Ende. Nur mehr vereinzelt herumliegende Bierdosen und bereits abgefackelte Bengalen erinnerten an die Freude, Begeisterung und den Vandalismus, der hier in den letzten 48 Stunden stattgefunden hatte. Diese Reliquien waren sozusagen stumme Signale des Erfolges. Dieser Europacup war nur ein kleiner Schritt für den Hobbyfußball, aber ein großer für die Fußballherzen von uns Rangers!

Danke an dieser Stelle nicht nur unseren Blumenhangkindern für die vorzügliche Vorbereitung und Organisation des Camps, Vereinskoch Markus "Knäck" Knappitsch, der uns unaufhörlich mit gegrillten Leckereien versorgte, sondern auch Martin "Rüstü" Kosch, der neben seinen Funktionen als Hexer am Spielfeld und Possenreisser im Ranger-Zelt auch obenstehenden Bericht verfaßt hat. (Wers bis jetzt noch nicht bemerkt hat)

Das Team: Kosch, Knappitsch, Urstöger, Wippel, Gröller, Taucher, Wiedner, Köberl, Hacker, Kampert

 
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Credits>> ©2003 GrazGo! Rangers FC last update 24/04/2003